Aktuelles

Vergangene Unternehmen – die Schiefergrube Batzbach in Wissenbach

Batzbach, Tagesanlage 1957

So sah die Tagesanlage um 1957 aus

 

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Strenge Dienstvorschriften

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Eine kurzer Abriss der Schiefergrube Batzbach von 1627 bis  1997

“Haben wir in der Hard in dem Bergwerk angefangen zu arbeiten, Gott wolle seinen Segen zu solchem Werk geben und verleihen, dass wir nicht vergeblich daran mögen arbeiten” ( 19. Dezember 1726)

1768 begannen die Wissenbacher Bürger Jost Heinrich Lückhoff und Conrad Manderbach Schiefer abzubauen. Schon in dieser Zei unterstand die Schiefergewinnung dem Landesherren zu Nassau.

1789 berichtet der Fürstlich-Oranien-Nassauische Bergsekretär über die reichen Schiefervorkommen und den Abbau unter Tage.

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Abbau unter Tage

1874 wuchs die Belegschaft auf 88 Mann und diesem Jahr wurden 20722 lfm. Dachschiefer  produziert. Der damalige Lohn betrug pro Schicht 1,60 Reichsmark.

1891 Trotz des Baus der Eisenbahnlinie von Dillenburg nach Ebersbach war kein spürbarer Aufschwung zu spüren.

1930 Durch die allgemeine Arbeitslosigkeit, die Einführung des “Kunstschiefers” (Asbestschiefer) kam es für den Wissenbacher Schiefer zu erheblichen Schwierigkeiten.

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Im Spalthaus

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Herstellung von Schieferschablonen

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Anreißschablone

1931 wurde die Kuxe (Wertpapiere der Grube) vom Apotheker Wilhelm Busch und Dachdeckermeister Walter Heupel übernommen.

1942 Übernahme  der Gewerkschaft  “Gutfreund” durch Familie Giebeler aus Siegen.Nach Beendigung des 2. Weltkrieges stieg kurzfristig der Bedarf an Dachschiefer. Durch die sich in Deutschland entwickelnde Dachpappenindustrie entstand ein großer Bedarf an Schiefermehl und Schiefersplit.

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Abpacken von Schiefermehl

1984 wurde der gesamte Betrieb: Werkzeugbau, Kunststoffpresserei, Grube und Mahlwerk von dem Dillenburger Unternehmer Schoof von der Fam. Giebeler übernommen.

1997 wurde der gesamte Betrieb stillgelegt.

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Wilmar Klingelhöfer aus Eiershausen (ganz rechts) arbeitete als Schichtführer 40 Jahre in der Schiefergrube Batzbach

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Im September 2000 wurde das Mahlwerk abgerissen. Ein trauriger Anblick für viele ehemalige Betriebsangehörige

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder unterm Weihnachtsbaum

 

Erich und Elfriede Holighaus mit Kindern und Oma

Weihnachten mit der Familie (um 1957)

Erstmalig – so schreibt  der Heimatforscher Alfred Schwarz – wurde zu Weihnachten 1881 ein Christbaum in der Eiershäuser Kirche aufgestellt. Und um 1910 gab es kaum einen Haushalt in dem Schwarzbachtaldorf ,der keinen Weihnachtsbaum hatte. In der Regel brachten die Väter das Bäumchen auf dem Heimweg aus dem Bergwerk im Scheldetal mit. Geschmückt wurde der Baum mit bunten Perlen, Engelhaar und Glöckchen. Mit Geschenken unterm Weihnachtsbaum rechnete in der damaligen Zeit niemand.

Erika, Uli, Wolfgang Kunz

Patenkinder auf dem Wg zu ihren Paten

Ein Eiershäuser Brauch war, am 1.Weihnachtstag für die Patenkinder das “Weggehoaln” bei “Pädder” und “Geul”. Ins buntbemalte Körbchen wurden dem Paten- kind für 3  1/2 Groschen ein “Wäck” und zum gleichen Preis eine Handvoll Nüsse, etwas Konfekt und obenauf ein eingepacktes Geschenk übergeben.Die Paten hatten sich nie darum gekümmert, womit sie ihren Patenkindern eine Freude bereiten konnten. So war das Auspacken der Geschenke häufig eine große Enttäuschung. Ein paar Taschentücher, ein Knäuel Wolle, ein paar Strümpfe,meist solche oder ähnliche nützliche Sachen.Ganz selten Spielzeug, eine billige Mundharmonika oder ein Taschenmesser.  Mit dem Zweiten Weltkrieg kam das Weckeholen mit dem “Christtagskörbchen”  in Vergessenheit.

Weihnachtskörbchen 1896

Christtagskörbchen von 1896

Patengeschenke holen 1920

Patenkinder in Eiershausen um 1920

Lore und Dora Stoll

Patenkinder 1937

Karl uLuise Schwedes mit Enkeln

Weihnachten bei den Großeltern (1943)

Klaus Schwarz, Schaukelpferd

Das ersehnte Geschenk

Christel Guseck

Geborgenheit unter dem Weihnachtsbaum (1945)

Erich und Elfriede Holighaus mit Kindern und Oma

Drei Generationen unterm Christbaum vereint  (1957)

Erika u.Ulrich Kunz

“Mein erstes Dreirad” (1962)

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Andächtig

Trude Schwarz (1)

Begegnung mit dem “Weihnachtsmann”

Trude Schwarz mit Puppe

Große Freude über die Puppe

Sepp Prosch

Der Weihnachtsbaum war immer das  Wichtigste

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alte Techniken des Malerhandwerks

In unserer Serie “Digitales Schaufenster – Darstellung des Lebens und Arbeitens in früheren Zeiten” stellen wir jetzt “Alte Techniken des Malerhandwerks” vor, wie sie auch im heimischen Raum praktiziert wurden.

Ein geschichtlicher Überblick: Es war ein sehr langer Weg, den das Malerhandwerk zurücklegte, bis der heutige Handwerksberuf entstand.Schon in den ägyptischen und griechischen Kulturen wurden Wände und Decken farbig gestaltet.Im Mittelalter bemalte man  in Deutschland Schilder als Stammessymbol der germanischenVolksstämme.Die Leute, welche diese Arbeiten durchführten, waren die “Schilderer”, gewissermaßen die Vorfahren der heutigen Maler. Ab dem 14.Jahrhundert begann die Blütezeit der Städte und auch die der Maler.Kirchen ,Rathäuser und Bürgerhäuser wurden mit Wandmalereien geschmückt.In dieser Zeit entstanden auch die Zünfte.Und ab der beginnenden Neuzeit wurden die Arbeiten der Maler immer vielseitiger. Dies lässt sich auch regional in den damaligen Berufsbezeichnungen ablesen:Ätzmaler,Behangmaler, Weißbinder,Stubenmaler,Tüncher, Staffiermaler……

Gesellenbrief THeo Holighaus

Lehrgang Freihandmalen

Ein Freihandmalerlehrgang in Dillenburg

Arbeiten mit der Strukturwalze: 1863  stellte eine Firma die ersten Strukturwalzen mit verschiedenen Mustern vor, sie lösten die Schablonen ab und waren ab den 20er bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhundert in allen Teilen Deutschlands sehr beliebt. Mit Erstarken der Tapetenindustrie wurde die Strukturwalze aber vom Markt verdrängt,erlebt aber heute eine Renaissance.

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Strukturwalzen mit verschiedenen Mustern

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Dieses Anwendungsbeispiel stellte uns Malermeister Stefan Bartsch aus Berlin zur Verfügung.

 

Schablonentechnik : Die Technik mit Schablonen zu arbeiten, begann Ende des 19.Jahrhunderts in der Zeit des Jugendstils. Mit dieser Arbeitsweise lassen sich viele Ornamente direkt auf Wände und Decken auftragen. Möglich sind aber auch mehrfarbige Motive, dafür benötigte man für jeden Farbton eine eigene Schablone und diese wurden dann nacheinander angesetzt.

Schablone 1

Schablone , wie sie auch der Eiershäuser Maler Theo Holighaus benutzte…

Schablone 2

… und so sah das Ergebnis aus.

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Ein weiteres Schablonenbeispiel

Marmoriertechnik: Der Ursprung der Marmoriertechnik begann wohl in Pompeji, wo sie ein Bestandteil der Wandmalerei war. Im 19. Jahrhundert waren es die Franzosen, die diese Technik wieder in Schwung brachten und von dort kam sie schnell in den deutschsprachigen Raum. Die Marmormalerei gehörte zu den Hauptaufgaben der damaligen Anstreicher und Dekorationsmaler. In ganz Europa lehrten Schulen die Marmormalerei in den perfektesten Ausführungen. – wie auch die Abbildung der verschiedenen Marmorsorten. Anwendungsbereiche waren Säulen, Wände, Schränke  und Tische.Zu dieser Technik gehörte auch die Imitation unterschiedlicher Holzmaserungen.

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Marmorierung in der Eiershäuser Kirche

Malvorlagen Marmorierung

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Musterblatt für Holzmaserungen

Werkzeuge zum Marmorieren

Und so sah das Werkzeug dazu aus.

 

 

 

 

 

TrudeSchwarz Repros2020_0056 webFrühjahrs- und Herbstmarkt in Eibelshausen

Von der fürstlichen Landesregierung zu Nassau-Dillenburg wurde der Gemeinde Eibelshausen 1781 das Marktrecht verliehen. In dem dazugehörigen Erlass heißt es, dass „ dem derzeit größten Dorf im Amt Ebersbach gestattet wird, einmal im Jahr am 15. oder 16.Mai zur Versorgung der Landbevölkerung mit Jungvieh und Haushaltswaren einen öffentlichen Markt abzuhalten.“

Aber dieser Markt schien bei den Händlern und Krämern keinen besonderen Zuspruch gefunden zu haben, weshalb der Gemeinde Eibelshausen am 19.März 1782 mitgeteilt wurde, dass allen Händler, die den Markt besuchen, das Standgeld und die Zollgebühren für zwei Jahre zu erlassen sind.Im 19.Jahrhundert wurde der Markttermin wegen des Viehmarktes auf Frühjahrs-und Herbstmarkt aufgeteilt.

Vieles hat sich seit dieser Zeit geändert,aber der Verkauf von Jungvieh fand noch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts statt.Die Zahl der „fliegenden Händler“ beiderseits der Dietzhölze wuchs ebenso beständig wie das Angebot von Fahrgeschäften und Imbisständen.Liebevoll nennen die Eibelshäuser ihren Markt „Made“.Dieses Jahr fällt er leider aus den bekannten Gründen aus. Schauen Sie sich aber unsere kleine historische Bildergalerie an :

regionalmuseum-eschenburg.de/aktuelles

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So sah das Marktgeschehen 1931 aus

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Der Eibelshäuser Fotograf  Emil Schwarz schoss dieses Bild mit seiner Tochter

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Viehverkauf um 1955

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Fliegende Händler haben ihre Stände aufgebaut

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Auch “Brot für die Welt” war früher auf dem Markt vertreten

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Ein seltener Blick vom Dach des damaligen Rathauses

 

Karussells an der Dietzhölze

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Hier war eine Überbauung notwendig

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Sepp Prosch um   1955  auf dem Kinderkarussell

 

 

 

Backen im Dorfbackhaus in Eiershausen

Im Jahre 1542 standen insgesamt drei Backhäuser im Dorf.In den folgenden Jahrhunderten wurden immer wieder Backhäuser durch die Gemeinde errichtet.Nach dem Bau der neuen Schule in der Schwarzbachstraße zog das Bürgermeisteramt 1920 in einen Teil der ehemaligen Schule um.Das ganze Ergeschoss wurde als Backhaus umgebaut.1950 ließ die Benutzung nach. 1961 backten nur noch drei bis fünf Familien ihr Brot in alter Weise im Backhaus (“Backes”).1965 unterzog sich keiner mehr der Mühe, sein Brot selbst zu backen. Die alte Schule wurde 1974 abgerissen.Damit verlor Eiershausen auch sein Backes.

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Backes und  Schule

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Das Los – hier das Losbrettchen von Lina Deis – entscheidet über die Reihenfolge der Backwilligen

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Der Sauerteig wird im Steinkrug aufbewahrt und unter Nachbarn ausgeliehen

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Der im Backtrog vorbereitete Teig wird zu runden oder langen Broten geformt und auf die Brotbretter gelegt.

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Das Reisig zum Anheizen des Backofens wird herbeigeschafft

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Mit dem Stoßkarren wird das Brot zum Backhaus gefahren

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Wer näher am Backhaus wohnte, trägt das Brett auf der Schulter

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Der eingeheizte Ofen wird mit dem “Kist” – Holzbrettchen mit langem Stiel – von Kohle – und Ascheresten befreit

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Mit dem Brotschieber werden die Brotlaibe eingeschoben und nach dem Backen wieder herausgeholt

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Das Backen ist vollbracht

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Letzte Arbeit: Der Aschekasten wird geleert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Herrliches Hessen” im Trafohaus und in der Schulscheune. Der Hessische Rundfunkt  produzierte dieser Tage für die beliebte Sendung auch in der Eiershäuser Schulscheune. Dort waren die Sammlungen von Holighaus-Waschmaschinen und Wintersprtgeräte interessant. Im Wissenbacher Trafohaus war es schon aufwendiger.Es wurde ein Handlungsverlauf zwischen der (funktionierenden) Telefonzelle und der Vermittlungsanlage hergestellt. Eindrücke von den Dreharbeiten soll diese Auswahl vermitteln. Die Sendung soll am 21.11.2017 um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden.

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In der Ski-und Schlittensammlung

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Ein Teil der Sammlung von Holighaus Bottich- Waschmaschinen

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Das Trafohaus in Wissenbach -Museum für Bergbau und Fernmeldetechnik

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Eine der Kamerafrauen wählt eine besondere Perspektive

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Diese Kamerafrau fand die Vögel auf der Telefonleitung originell.

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Vorbereitungen zum Dreh

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Moderator Dieter Voss wartet auf eine Regieanweisung

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Hat geklappt! Museumsmitglied Joachim Hundt und Dieter Voss

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Joachim Hundt erklärt, wie eine Vermittlungsanlage funktioniert

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Und immer wieder faszinieren die Geräusche

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Freude über den Drehschluss